Robert Goddard (1882-1945)
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| Robert Goddard Foto: NASA |
Robert Hutchings Goddard wurde am 5. Oktober
1882 in
Worcester (Massachusetts, USA) geboren. Die ersten sieben Lebensjahre verbrachte
er in Boston, dann zogen seine Eltern wieder nach Worcester zurück. Nach seiner
schulischen Ausbildung und einem wissenschaftlichen Studium wurde er
Physiklehrer am Polytechnischen Institut von Worcester. Nach einer
Zwischenstation an der Universität von Princeton wurde er als Professor an die
Clark Universität nach Worcester berufen. Bereits im Jahre 1912, als er noch an
der Universität Princeton lehrte, befasste er sich erstmals mit der Rakete. Bis
dahin gab es nur Pulverraketen, die hauptsächlich zur Rettung Schiffbrüchiger
oder für Feuerwerke benutzt wurden. Robert Goddard fand heraus, dass der
Nutzungsgrad dieser Raketen völlig unzureichend war. Hauptursache war für ihn
die Düse und ihre Form. Er begann, die Düse und ihren Wirkungsgrad zu
verbessern. Im ersten Weltkrieg war er als Offizier in der Experimentalphysik
tätig und konnte weiter an effektiveren Feststoffraketen arbeiten. Seine
verbesserte Düse erreichte 1918 auf einem Prüfstand eine
Ausströmgeschwindigkeit von 2,4 km/s. Er leitete die Raketengrundgleichung, als mathematische Grundlage der Raumfahrt, ab. Außer ihm gelang dies zu jener Zeit nur
Konstantin Ziolkowski und Hermann
Oberth, wobei aber für lange Zeit keiner etwas von den andern wusste.
Da bei den bisherigen Pulverraketen der
Treibsatzbehälter gleichzeitig die Brennkammer war, konnten größere Schübe
nur mit einem verhältnismäßig hohem Treibstoffgewicht realisiert werden.
Robert Goddard erkannte, dass ein Stufenprinzip viele Vorteile bieten würde. Am
7. Juli 1914 erhielt er ein Patent auf eine zweistufige Pulverrakete. Im Jahre 1919 veröffentlichte er
eine Abhandlung "Über eine Methode zur Erreichung großer Höhen".
Darin erörterte Robert Goddard unter anderem auch die Möglichkeit, den Mond mit einer Versuchsrakete zu
erreichen. Er schlug vor, den Aufschlagspunkt mittels einer magnesiumhaltigen Zusatzladung aufleuchten
zu lassen.
Ab dem Jahre 1920 experimentierte er nur noch mit flüssigen Treibstoffen, da er
erkannt hatte, dass nur mit diesen eine noch höhere Ausströmgeschwindigkeit
möglich war. Das Hauptproblem war das Finden geeigneter Flüssigkeiten. Da es
niemanden gab, den er fragen konnte, musste sich Robert Goddard alles selbst
erarbeiten. Er berechnete, dass Wasserstoff und Sauerstoff die energiereichste
Kombination bildet, erkannte aber gleichzeitig, dass die praktische
Verwendbarkeit dieser beiden Flüssigkeiten, die miteinander vermischt, das
hochexplosive Knallgas ergeben, sehr eingeschränkt und nur unter hohem Aufwand
möglich ist. Er entschied sich dann für flüssigen Sauerstoff und Benzin. Den
Vorteil der getrennten Aufbewahrung in verschiedenen Tanks, erkauft man sich mit
dem Einsatz einer Vielzahl zusätzlicher, komplizierter Teile wie beispielsweise
Pumpen, Ventile und Leitungen. Am 1. November 1923 konnte er auf einem
Prüfstand in Auburn seinen ersten Raketenmotor mit flüssigen Treibstoffen
testen. Im Sommer 1924 heiratete Robert Goddard seine Sekretärin Esther Kisk.
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| Die erste
Flüssigkeitsrakete der Welt von Robert Goddard Foto: Urbin |
Nach zahlreichen Berechnungen und vielen Versuchen startete er am 16. März 1926
auf der Farm seiner Tante Effie in der Nähe von Auburn in Massachusetts vor einigen Gästen die erste
Flüssigkeitsrakete der Welt, mit Sauerstoff und Benzin als Treibstoff. Die
Rakete flog etwa 12 Meter hoch und 56 Meter weit. Bei einer Flugdauer von 2,5
Sekunden hatte sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h erreicht.
Robert Goddard,
der übrigens sehr zurückhaltend und medienscheu war, bewies, dass Konstantin
Ziolkowski mit seinen theoretischen Betrachtungen zur Einsetzbarkeit
des Raketenantriebs im Vakuum Recht hatte.
Da das Testgelände in Auburn für weitere Versuche nicht geeignet war, zog er,
auch wegen des günstigeren Klimas, nach Neumexiko um. Nur etwa 100 Kilometer von
White Sands entfernt, in der Nähe von Roswell, lag sein neues Testgelände. In
White Sands sollten nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die deutschen
Raketenforscher um Wernher von Braun ihre ersten
Versuche in den USA machen. Am 30. Dezember 1930 starte von dem Testgelände bei
Roswell die erste große Goddard-Rakete. Bei einer Länge von 3 Meter erreichte
sie eine Höhe von 600 Meter und eine Geschwindigkeit von 800 km/h.
Bis 1935
folgten noch viele weitere Versuche. Robert Goddard gelang es, seine Raketen mit Kreiselgeräten und
Rudern automatisch zu stabilisieren. Seine Raketen erreichten Höhen von bis zu 3.000
Meter und flogen fast mit Schallgeschwindigkeit. Man kann wohl sagen, dass seine Raketen
denen, die zur gleichen Zeit in Deutschland entwickelt wurden, technisch
überlegen waren. Durch seine Geheimniskrämerei aber verliefen seine Arbeiten
in einer Sackgasse. Robert Goddard musste gerade in den Anfangsjahren viel Spott und
Hohn ertragen und war dadurch zum Einzelgänger geworden. Im Jahre 1936 erschien seine zweite und letzte schriftliche
Abhandlung. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges trat er abermals in den Dienst der
amerikanischen Marine und war unter anderem an der Entwicklung von Lenkraketen, ferngesteuerten
Raketen und an einer Starthilfe für Wasserflugzeuge beteiligt.
Robert Goddard starb am 10. August 1945 an den Folgen einer Halsoperation. Er
gehört neben Konstantin Ziolkowski und Hermann Oberth zu
den ganz großen Raketenpionieren. Er war mit Leib und Seele Wissenschaftler und
ein Mann der Praxis.