Konstantin Ziolkowski (1857-1935)
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| Konstantin
Ziolkowski Foto: Tsiolkovsky Museum, Kaluga |
Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski wurde am
17. September 1857 in Ijewsk in der Provinz Rjasan in Russland geboren. Im Alter
von zehn Jahren erkrankte er schwer an Scharlach und verlor fast vollständig
sein Gehör. Schon als Kind faszinierten ihn die Sterne. Nach Abschluss der Schule schickte ihn sein Vater zum Studium nach
Moskau. Dort blieb er drei Jahre und studierte Physik, Astronomie, Mechanik und
Geometrie. Während einer Vorlesung in Physik lernte er die Newtonschen Gesetzte
kennen. Als er das dritte Gesetz, wonach jede Kraft eine gleichgroße
Gegenkraft erzeugt, deren Richtung der ersten Kraft entgegengesetzt ist, hörte,
war ihm klar, dass die Lösung für den Flug in den Weltraum die Rakete mit
ihrem Rückstoßprinzip sein musste. Nach diesen drei Jahren holte ihn sein
Vater zurück nach Hause. Konstantin Ziolkowski
war abgemagert, weil er sein ganzes Geld in Experimente gesteckt hatte. Wieder
zu Hause gab er Unterricht in Mathematik und Physik, bis er 1882 als Mathematiklehrer
an die Kreisschule von Borowsk in der Provinz Kaluga berufen wurde.
Im Alter von 30 Jahren veröffentlichte er eine theoretische Untersuchung über ein lenkbares
Ganzmetall-Luftschiff. Im Jahre 1892 wurde er als Lehrer nach Kaluga, das etwa
160 Kilometer südöstlich von Moskau liegt versetzt. Inzwischen hatte er
geheiratet und war Vater geworden. In einem Zimmer seiner Wohnung baute Konstantin
Ziolkowski den ersten Windkanal Russlands.
Damit war es ihm möglich, den Luftwiderstand zu bestimmen. In dieser Zeit
begann er sich ganz der Raketenforschung zu widmen. Er erkannte, dass die bisher
bekannten Feststoffraketen, die für Feuerwerke und als Kriegsraketen verwendet
wurden, zu schwach sein würden, um den Weltraum zu erreichen. Eine größere Leistung bedeutet eine höhere
Ausströmgeschwindigkeit der Verbrennungsgase. Konstantin Ziolkowski war klar,
dass dies nur mit flüssigen Treibstoffen zu erreichen war. Im Jahre 1898 schlug er als
Erster die Verwendung von flüssigen Raketentreibstoffen (Kerosin und flüssiger Sauerstoff
bzw. flüssiger Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff) vor. Er berechnete, dass
sich Ozon als Oxidator sogar noch besser als Sauerstoff eignete. Seine erste vollständige Arbeit "Die
Erforschung der Weltenräume mit Reaktionsapparaten" wurde aber erst fünf
Jahre später veröffentlicht. In Deutschland war es Hermann
Ganswindt, der schon seit 1891 seine Ideen vom Weltenfahrzeug verbreitete.
Doch die Arbeit von Konstantin Ziolkowski ging weit über die Vorschläge und
Entwürfe von Hermann Ganswindt hinaus. Mit ihm begann die Geschichte der
Raketenflugtechnik erst wirklich. Er erarbeitete die Raketengrundgleichung,
das grundlegende Gesetz über die Endgeschwindigkeit von
Raketen. Das Manuskript über diese letzte Entdeckung wurde erst 1923
veröffentlicht, obwohl er es bereits 1903 der Moskauer
"Technischen Revue" übergeben hatte. Durch die Formulierung dieser
Formel erkannte er, dass zur Erreichung der Höchstleistung einer Rakete zwei
Bedingungen erfüllt werden mussten. Einerseits musste die beste
Treibstoffkombination gefunden werden, um damit die höchst mögliche
Ausströmgeschwindigkeit der Ausströmgase zu gewährleisten. Andererseits
musste das Leergewicht der Rakete minimiert werden, damit sie mehr Treibstoff aufnehmen
konnte.
Konstantin
Ziolkowski stellte die ersten Berechnungen über die Möglichkeit interplanetarer Flüge und über den Abschuss künstlicher Satelliten auf
eine Erdumlaufbahn auf.
Aber er fand nur geringe Beachtung. Während der russischen Revolution lebte er sehr zurückgezogen. Die sowjetische Regierung
förderte ihn
später wieder, und so konnte Konstantin Ziolkowski bis zu seinem Tode am 19. September
1935 seine wichtigen Arbeiten fortsetzen. Er hatte verschiedene Entwürfe für gebündelte Raketen und Mehrstufenraketen vorgeschlagen,
mit denen man sehr große Höhen erreichen konnte. Konstantin Ziolkowski
verfasste zahlreiche Publikationen. Die beiden letzten Veröffentlichungen sind das
"Album der kosmischen Reisen" von 1932 und "Die höchste Geschwindigkeit bei Raketen"
von 1935. Es war ihm nicht vergönnt, zu Lebzeiten die praktische Umsetzung
seiner Ideen zu erleben.
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| Obelisk in Kaluga Foto: Tristan Cools |
In Kaluga steht heute ein Obelisk, der an diesen großen Pionier der Raumfahrt erinnert. Auf ihm wurden folgende Worte von Konstantin Ziolkowski eingemeißelt:
"Die Menschheit wird nicht ewig auf der Erde bleiben!"