Saturn V (1968-1972)
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| Start einer Saturn V (Apollo 11) am 16. Juli 1969 Foto: NASA |
| Land: | USA |
| Länge: | 110,6 m |
| Gewicht: | 2.934,8 t |
| Nutzlast: | 150,0 t |
| Anzahl der Stufen: | 3 |
| Erstflug: | 09.11.1967 |
| bemannter Erstflug: | 21.12.1968 |
Die Saturn V brachte mit Neil Armstrong
und Edwin Aldrin die ersten Menschen zum Mond.
Die Saturn V-Mondrakete bestand aus drei Stufen, von denen zwei innerhalb von neun
Minuten ausgebrannt waren. Die fünf F-1-Triebwerke der ersten Stufe
wurden mit flüssigem Sauerstoff (ca. 1,6 Mio. Liter) und Kerosin (ca.
1,0 Mio.
Liter) gespeist. Vier der fünf Triebwerke waren bis zu einem Winkel von
6 Grad schwenkbar. Das fünfte Triebwerk, das in der Mitte
angebracht war, wurde starr montiert. Die vier schwenkbaren Triebwerke
ermöglichten eine Änderung und Korrektur der Flugrichtung und eine
Stabilisierung der Flugbahn der Rakete. Beide Treibstoffarten befanden sich in übereinander
liegenden Tanks. Die Zündung erfolgte durch Chemikalien, die sich beim
Zustrom von Sauerstoff selbsttätig entzündeten. Dabei entstanden in
den Brennkammern Temperaturen von über 3.000 °C. Die erste Stufe der Saturn
V war ca. 42 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von 10 Meter. Sie
brachten die Rakete mit einer Geschwindigkeit von etwa 13.400 km/h
innerhalb von 2,5 Minuten in eine Höhe von 60 km. Dann wurde die erste
Stufe abgesprengt und die zweite Stufe gezündet.
Die zweite Stufe wurde von fünf J-2-Niedrigtemperaturtriebwerken, die
flüssigen Sauerstoff (ca. 400.000 Liter) und flüssigen Wasserstoff (ca.
1,2 Mio. Liter) verbrauchten, angetrieben. Sie arbeitete 6,5
Minuten und brachte die Rakete mit einer Geschwindigkeit von fast 25.000 km/h
auf eine Höhe von 180 km. Die Höhe dieser Stufe lag bei fast 25 Meter und
ihr Durchmesser betrug ebenfalls 10 Meter.
Die mehrfach zündbare, dritte Stufe wurde von einem J-2-Triebwerk
angetrieben. Es wurde ebenfalls mit flüssigen Sauerstoff (ca. 90.000 Liter)
und flüssigen Wasserstoff (ca. 300.000 Liter) angetrieben. Das Triebwerk
brannte zunächst etwa 2,5 Minuten und die Rakete erreichte dabei eine Geschwindigkeit von
fast 28.000 km/h. Mit dieser Geschwindigkeit wurde die Erdumlaufbahn
erreicht .
Um die Erdumlaufbahn verlassen zu können, wurde das Triebwerk später noch einmal
gezündet. Während der Brenndauer von 5 Minuten erreichte das
Raumschiff die zum Verlassen der Gravitation der Erde und zum Erreichen
des Mondes notwendige
Geschwindigkeit von über 39.000 km/h. Die dritte Stufe war 18 Meter hoch
und hatte einen Durchmesser von fast 7 Meter.
Zwischen den einzelnen Stufen befanden sich Übergangsstücke. Auf
der dritten Stufe war ein Gerätering, in dem sich viele Mess-, Lenk-, und
Steuereinrichtungen für die drei Stufen befanden. In einem Adapter über dem Gerätering
war die Mondlandefähre untergebracht. Diese wurde nach der Ankopplung
des Kommando- und Servicemoduls von diesem aus dem Adapter
herausgezogen.
Auf der
Spitze der Saturn V befanden sich schließlich das Servicemodul und
daran angeschlossen das Kommandomodul. Das Kommandomodul wurde durch ein Rettungssystem
gesichert. Dieses bestand aus einer
Feststoffrakete, die während der Brennphase der ersten Stufe im Notfall
gezündet werden konnte. Damit war es möglich die Raumkapsel aus dem Gefahrenbereich
zu bringen. Glücklicherweise musste es seine Funktionstüchtigkeit nie
unter Beweis stellen.
Konstruiert und entwickelt wurde die Saturn V unter Leitung von Dr.
Wernher von Braun im NASA-Marshall-Raumflugzentrum in Huntsville,
Alabama.
Insgesamt wurden 15 Raketen in Auftrag gegeben und gebaut. Davon kamen
13 zum Einsatz. Aus den Stufen der beiden übrigen Raketen
und einigen Test-Stufen wurden drei vollständige Saturn V-Raketen
zusammengestellt und in folgenden Museen ausgestellt:
| Museum | Ort | 1. Stufe | 2. Stufe | 3. Stufe |
| Kennedy Space Center | Florida | Test-Modul | Apollo 19 | Apollo 19 |
| Johnson Space Center | Houston | Apollo 19 | Apollo 20 | Apollo 18 |
| U.S. Space & Rocket Center | Huntsville | Test-Modul | SA-500F | Test-Modul |
| Bemannte Missionen: | ||||
| Datum | Flug | Astronaut | Astronaut | Astronaut |
| 21.12.1968 | Apollo 8 | Anders | Borman | Lovell |
| 03.03.1969 | Apollo 9 | McDivitt | Schweickart | Scott |
| 18.05.1969 | Apollo 10 | Cernan | Stafford | Young |
| 16.07.1969 | Apollo 11 | Aldrin | Armstrong | Collins |
| 14.11.1969 | Apollo 12 | Bean | Conrad | Gordon |
| 11.04.1970 | Apollo 13 | Haise | Lovell | Swigert |
| 31.01.1971 | Apollo 14 | Mitchell | Roosa | Shepard |
| 26.07.1971 | Apollo 15 | Irwin | Scott | Worden |
| 16.04.1972 | Apollo 16 | Duke | Mattingly | Young |
| 07.12.1972 | Apollo 17 | Cernan | Evans | Schmitt |
| Unbemannte Missionen: | ||||
| Datum | Flug | Anmerkung | ||
| 09.11.1967 | Apollo 4 | |||
| 04.04.1968 | Apollo 6 | nur teilweise erfolgreich | ||
| 14.05.1973 | Skylab 1 | mit Raumstation Skylab | ||
| >> | siehe auch: Von der Kegeldüse zur Mondrakete |